Hallux Rigidus:
Ein Hallux rigidus ist eine degenerative Erkrankung des Großzehengrundgelenks, die zu einer eingeschränkten Beweglichkeit und zunehmenden Schmerzen im Bereich des Großzehs führt. Der Begriff „Hallux“ bezieht sich auf den Großzeh, und „rigidus“ bedeutet „steif“ auf Lateinisch. Diese Erkrankung tritt auf, wenn das Gelenk des Großzehs abgenutzt ist und sich Knochenwucherungen (Osteophyten) bilden, die die Bewegung des Gelenks behindern können. Ursachen für einen Hallux rigidus können sein:
- Überlastung des Gelenks: Langfristige Überlastung des Großzehengrundgelenks durch Aktivitäten wie Laufen, Springen oder Tragen von zu engen Schuhen kann zu einer Abnutzung des Gelenkknorpels führen.
- Arthritis: Eine Form von Arthritis, insbesondere die posttraumatische Arthrose, kann ebenfalls zu einem Hallux rigidus führen. Entzündungen im Gelenk können den Knorpel schädigen und zu einer Versteifung führen.
- Genetische Veranlagung: Eine genetische Prädisposition kann das Risiko für die Entwicklung eines Hallux rigidus erhöhen.
Die Symptome werden im Laufe der Zeit schlimmer und die Lebensqualität des Betroffenen beeinträchtigen.
Die Behandlung eines Hallux rigidus kann je nach Schweregrad der Erkrankung variieren. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören konservative Maßnahmen wie Schuhwerk mit breiterem Zehenbereich, orthopädische Einlagen, physikalische Therapie, entzündungshemmende Medikamente und Injektionen von Steroiden. In fortgeschrittenen Fällen, in denen konservative Maßnahmen nicht ausreichen, kann eine Operation erwogen werden, um das Gelenk zu entlasten oder zu stabilisieren, wie beispielsweise eine Gelenkversteifung (Arthrodese) oder Gelenkersatz (Endoprothese).
Diagnostik:
Die Diagnose eines Hallux rigidus basiert in der Regel auf einer Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren. Hier sind die typischen Schritte zur Diagnosestellung:
- Anamnese: Der Arzt wird mit dem Patienten über seine Symptome sprechen, insbesondere über Schmerzen im Großzehengrundgelenk, Steifheit und Einschränkungen bei Bewegungen.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird den betroffenen Fuß und den Großzeh genau untersuchen, um Schwellungen, Rötungen, Deformitäten oder andere auffällige Anzeichen zu identifizieren. Sie werden auch die Beweglichkeit des Großzehs testen, um festzustellen, ob eine eingeschränkte Beweglichkeit vorliegt.
- Bildgebende Verfahren:
- Röntgenaufnahmen: Röntgenbilder sind obligat um die strukturellen Veränderungen im Großzehengrundgelenk zu visualisieren. Sie können zeigen, ob Knochenwucherungen (Osteophyten) vorhanden sind, ob der Gelenkspalt verengt ist und ob Anzeichen von Arthritis oder anderen Erkrankungen vorliegen.
- Gelegentlich können auch fortgeschrittenere bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) eingesetzt werden, um eine detailliertere Darstellung der Gelenkstrukturen zu erhalten, insbesondere wenn die Diagnose nicht eindeutig ist oder wenn eine genauere Beurteilung erforderlich ist.
- Ausschluss anderer Ursachen: Der Arzt wird möglicherweise auch andere Erkrankungen ausschließen wollen, die ähnliche Symptome verursachen können, wie z.B. Gicht, rheumatoide Arthritis oder andere Formen von Arthritis.
Therapie:
Die Therapie des Hallux rigidus kann je nach Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten variieren. Hier sind einige häufig verwendete Behandlungsmöglichkeiten:
- Konservative Maßnahmen:
- Schuhwerk: Das Tragen von Schuhen mit einer breiten Zehenbox kann den Druck auf das Großzehengrundgelenk reduzieren und Beschwerden lindern. Vermeiden Sie enge oder spitze Schuhe, die zusätzlichen Druck auf den Zeh ausüben könnten.
- Orthopädische Einlagen: Spezielle Einlagen mit einer sogenannten „Rigidus Feder“ können helfen, den Druck auf das Großzehengrundgelenk zu verteilen und die Belastung zu reduzieren.
- Medikamente: Entzündungshemmende Medikamente wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) können Schmerzen und Entzündungen lindern.
- Physiotherapie: Gezielte Übungen und Mobilisierungstechniken können die Beweglichkeit des Großzehs verbessern und die umgebende Muskulatur stärken.
- Injektionen:
- Kortikosteroid-Injektionen: Eine Injektion von Kortikosteroiden direkt in das betroffene Gelenk kann Schmerzen und Entzündungen vorübergehend lindern.
- Hyaluronsäure-Injektionen: Hyaluronsäure kann als Schmiermittel dienen und die Gelenkbeweglichkeit verbessern.
- Stammzellen Injektionen PRP/ACP kann die beschädigten Knorpelareale regenerieren.
- Chirurgische Optionen
- Siehe OP-Techniken im Text.
Die Wahl der Therapie hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich des Schweregrads der Erkrankung,
OP-Technik:
Es gibt mehrere chirurgische Optionen für die Behandlung eines Hallux rigidus, je nach Schweregrad der Erkrankung und den individuellen Bedürfnissen des Patienten. Hier sind einige häufig verwendete Operationsmethoden:
- Cheilektomie: Bei dieser Operation wird der überschüssige Knochen am Großzehengrundgelenk abgetragen, um überschüssige Knochenwucherungen (Osteophyten) zu entfernen und den Gelenkspalt zu erweitern. Dies kann helfen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit des Großzehs zu verbessern.
- Arthrodese/Fusion (Gelenkversteifung): Bei dieser Operation wird das Großzehengrundgelenk fixiert, indem die Knochen miteinander verschmolzen werden. Dies beseitigt die Beweglichkeit des Gelenks, was zu einer deutlichen Schmerzlinderung führt. Obwohl die Beweglichkeit des Großzehs eingeschränkt wird, kann der Patient den Fuß immer noch normal verwenden und schmerzfrei abrollen
- Gelenkersatz (Endoprothese): In einigen Fällen kann eine Operation zur Implantation einer künstlichen Gelenkersatzprothese erwogen werden. Dabei wird das beschädigte Gelenk entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Dies ermöglicht es dem Patienten, die Beweglichkeit des Großzehs zu erhalten.

Kann ich nach der Operation mit dem Fuß wieder abrollen? und welche Implantate werden verwendet?
Ja! Der Zeh wird in ca. 10-15° Streckung versteift, sodass eine Abrollbewegung problemlos möglich ist.
.Ich verwende ausschließlich Gelenkklammern(Clips) der Firma Arthrex. Das sind mit Abstand die besten und stabilsten Implantate, aber auch die teuersten! Keine Schraube und keine Platten

Nachbehandlung:
Vollbelastung der Ferse und Entlastung des Vorfußes im Vorfußentlastungsschuh für 6 Wochen